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Badestellen 

Baden in natürlichen Gewässern kann mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Die Wasserqualität kann sich durch verschiedene Einflüsse verändern und dadurch das Auftreten von Krankheitserregern begünstigen.

EU-Badegewässer werden regelmäßig von April-September durch das Gesundheitsamt überwacht. Dabei werden die Indikatorbakterien E. coli und intestinale Enterokokken untersucht. Sie dienen als Hinweis auf fäkale Verunreinigungen und zeigen an, ob Krankheitserreger im Wasser vorhanden sind, die unter anderem Durchfall und Erbrechen verursachen können.

Diese Verunreinigungen können beispielsweise nach Starkregen auftreten, wenn Wasser von landwirtschaftlichen Flächen in die Gewässer gelangt. Auch hohe Temperaturen und ein hohes Nährstoffangebot (Stickstoffe, Phosphate) können die Wasserqualität beeinträchtigen und zur Massenentwicklung von Cyanobakterien (Blaualgen) führen.

Besondere Risiken bestehen dabei für Kinder, ältere Menschen und Personen, deren Immunsystem beeinträchtigt ist.

Zusätzlich werden acht weitere Badestellen im Hochsommer beprobt.

Zu den Badestellen

Informationen zu Zerkarien (Badedermatitis)

 Die Zerkariose, oder auch Badedermatitis bzw. umgangssprachlich „Weiherhibbel“ genannt, wird von den Larven von Saugwürmern verursacht. Die Larven gelangen durch den Kot von Wasservögeln in das Gewässer.

Als natürliche Endwirte der Larven von Saugwürmern gelten verschiedene Arten von Wasservögeln wie Enten, Gänse oder Schwäne. Auf der Suche nach einem geeigneten Endwirt bohren sich die Zerkarien auch in die Haut des Menschen. Der Erreger kann sich beim Menschen weder halten noch weiterentwickeln. Er wird in der Regel beim Erstkontakt durch das Immunsystem abgetötet. Der Mensch ist somit ein Fehlwirt.

Eine Erstinfektion mit Zerkarien verläuft meist ohne Symptome, gelegentlich können schon nach wenigen Minuten ein leichtes Hautjucken und kleine roten Flecken auf dem betroffenen Areal auftreten. Bei erneutem Kontakt mit dem Erreger kommt es zur typischen allergischen Reaktion, der Badedermatitis – einem juckenden Hautausschlag. Die Symptome klingen nach 10-20 Tagen wieder ab und heilen zumeist folgenlos ab. Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Es wird vor allem symptomatisch mit juckreiz- und entzündungshemmenden Salben, Gelen oder Lotionen behandelt.

Folgende Maßnahmen können zur Vorbeugung getroffen werden:

  •  längere Aufenthalte in Flachwasserbereichen sollten vermieden werden, hier ist das Risiko am höchsten (gerade Kinder sind gefährdet) 
  • meiden von Bereichen mit dichtem Wasserpflanzenbewuchs 
  • Baden in den frühen Morgenstunden vermeiden, da sich zu dieser Zeit die meisten infektiösen Zerkarien im Wasser befinden
  • bevorzugt in tieferem Wasser oder in Gewässern mit leichter Strömung baden
  • nach dem Schwimmen die Badesachen wechseln und den Körper gut abtrocknen (Zerkarien trocknen schnell aus)
  • Wasservögel nicht füttern

Weitere Informationen zu Zerkarien finden Sie unter folgendem Link:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/badeseen/zerkarien.htm

Informationen zu Cyanobakterien (Blaualgen)

Cyanobakterien sind Teil der natürlichen Gewässerflora. Erst ein massenhaftes Vorkommen wird auffällig.

Sie kommen natürlicherweise frei im Wasser schwebend (planktisch) und anhaftend (benthisch) auf festen Substraten wie Steinen oder Pflanzen vor. Manche Arten können Toxine (Cyanobakterientoxine) produzieren, die ein Gesundheitsrisiko für Menschen darstellen können.

Die optimalen Wachstumsbedingungen für Cyanobakterien sind eine intensive Sonneneinstrahlung, ein Überangebot von Phosphor und Stickstoff, sowie anhaltend hohe Temperaturen. Daher kommt es oft, besonders während der sommerlichen Badesaison, zu einer explosionsartigen Vermehrung von Cyanobakterien. Durch gleichmäßigen Wind können Cyanobakterienblüten an der Oberfläche im Uferbereich zu einem dichten Teppich mit hohen Toxinkonzentrationen verdichtet werden. Bei einem Wechsel der Windrichtung oder -stärke können sich die Teppiche aber auch rasch wieder auflösen oder an andere Stellen abgetrieben werden. Ein betroffenes Gewässer erholt sich nach einer Weile meist von selbst.

Ihren Namen verdanken die Cyanobakterien dem blauen Farbstoff Phycocyanin. Je nach Zusammensetzung mit anderen Pigmenten wie Chlorophyllen und Carotinoiden dominiert die blaugrüne oder grüne Färbung.

Bei Kontakt mit Cyanobakterien oder nach dem Verschlucken von toxinhaltigem Wasser durch Badende können u. a. folgende Gesundheitsbeschwerden auftreten:

  •  Haut- und Schleimhautreizungen
  • Übelkeit / Erbrechen 
  • Durchfall 
  • Allergische Reaktion 
  • Vergiftung: Ernsthafte Gefahr besteht beim Verschlucken großer Mengen Wasser (selten)

Bitte beachten Sie deshalb: 

  • Geringe Sichttiefe: Wenn Sie knietief im Gewässer stehen und Ihre Füße nicht mehr sehen können, sollten Sie nicht ins Wasser gehen.
  • Der Aufenthalt in Bereichen mit deutlichen Schlieren, vor allem im Uferbereich, sollte vermieden werden. Bildquelle: Flyer „Vorsicht Cyanobakterien!“, UmweltBundesamt Stand April 2026
  • Kinder schlucken beim Toben mehr Wasser – und im flachen Bereich treiben oft die meisten Cyanobakterien. Eltern sollten daher besonders Achtgeben.
  • Nach dem Baden gründlich duschen. Auch Badebekleidung reinigen, um Reste von Cyanobakterien wegzuspülen. So lassen sich spätere Hautreizungen vermeiden. 
  • Wer nach dem Baden gesundheitliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen und das Gesundheitsamt informieren.
  • Für Hunde können Cyanobakterien tödlich sein.

Cyanobakterien und Klimawandel:
Durch zunehmende Wassertemperaturen verlängert sich die jährliche Wachstumsphase der Cyanobakterien und können dadurch im Winter besser überleben. Dies kann zu einem früheren und schnelleren Wachstum im Frühjahr führen.

Maßnahmen des Gesundheitsamtes:
Bei einer Cyanobakterienblüte mit sehr geringer Sichttiefe, gegebenenfalls auch mit hohem Toxin-Gehalt im Wasser, kann das zuständige Gesundheitsamt vom Baden an der betroffenen Stelle abraten beziehungsweise ein Badeverbot aussprechen.

Weitere Informationen zu Cyanobakterien finden Sie unter folgenden Links:

Cyanobakterien (»Blaualgen«), Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 

Flyer Cyanobakterien des UmweltBundesamt

Cyanobakterien, UmweltBundesamt 

Empfehlungen zum Schutz von Badenden vor Cyanobakterien und Cyanobakterientoxinen, UmweltBundesamt