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Weinberghöhlen bei Mauern

Der Jurahang, westlich des in der Römerzeit gegründeten Ortes Mauern, ist wegen seiner heimatkundlichen, geologischen und ökologischen Bedeutung mit den Höhlen im Jahre 1979 in einer Größe von 7 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden.

Die Weinberghöhlen sind - wie in der Naturschutzverordnung festgehalten - für die Menschheitsgeschichte Mitteleuropas von wissenschaftlicher und kulturgeschichtlicher Bedeutung. Diese Höhlen sowie die nähere Umgebung sind ein europaweit bekannter altsteinzeitlicher Fundplatz. Herausragend ist dabei der Fund einer kleinen Venusstatuette aus Kalkstein, die "Rote von Mauern".

In den Sedimenten der Höhlen fand man bei den verschiedenen Ausgrabungsepochen 1937-38, 1947-49, 1967 und 1974 Knochenreste und Spuren von Mammut, Höhlenbär, Wollnashorn, Rentier und weiteren 20 verschiedenen Tieren. Michael Eckstein (1903-1987) leitete überwiegend diese Höhlenforschungen und konnte viele Fundstücke ins Museum nach Neuburg bringen. Leider müssen die Höhlen wegen Steinschlaggefahr und Raubgräberei geschlossen bleiben.

Bedeutung der Kalkmagerhänge für Flora und Fauna

Diese Kalkmagerhänge sind unersetzliche Flächen für zahlreich gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen. Dazu gehören bei den Tieren viele Schmetterlinge (Apollo-Falter), Heuschrecken- (Ödlandschrecke) und Schneckenarten (Gemeine Heideschnecke) sowie bei den Pflanzen Moose und Flechten aber auch Kräuter , Zwergsträucher und Orchideen (Herbstdrehwurz, Erdsegge, Blaugras, Aufrechte Trespe, Kückenschelle, Frühlingsenzian)

Durch die Beweidung mit Schafen wird die Artenvielfalt gefördert und das vertraute Landschftsbild bleibt erhalten. 

Dieses Gebiet, am Eingang des Wellheimer Trockentals nordöstlich von Rennertshofen, soll uns allen als Zeuge unserer Frühgeschichte sowie als Naturschönheit des südlichen Frankenjuras erhalten bleiben.

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