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Projekt Sonnenleiten an der Donau

Was ist das Ziel des Projekts?

Im Fokus des Projekts „Sonnenleiten an der Donau“ (Laufzeit 2019 bis Ende 2027) des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen und der Stadt Ingolstadt stehen die so genannten Magerrasen entlang der Donau und im Wellheimer Trockental.

Ziel ist es die Magerrasen, wo es möglich ist, zu erweitern, sowie deren Bewirtschaftung zu verbessern. Auch eine stärkere Vernetzung der oft isolierten Flächen ist ein Ziel des Projekts.

Bild vergrößern: Artenreicher Lebensraum Magerrasen © Matthias Schwark
Artenreicher Lebensraum Magerrasen - Blaue Holzbiene (links), Pyramiden-Hundswurz (rechts)

Wer fördert das Projekt Sonnenleiten an der Donau?

Gefördert wird das Projekt zu 75% durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Weiterhin beteiligt sich der Bezirk Oberbayern mit einem Anteil von 10% an den Kosten. Die weitere Finanzierung übernehmen der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und die Stadt Ingolstadt.


Wie entstanden die artenreichen Magerrasen im Landkreis?

Nach der letzten Eiszeit konnten sich über Lech und Donau, sowie über die Ausbreitung durch den Wind, Pflanzen aus den Alpen in unserem Landkreis ansiedeln. Auf den humusarmen Jurahängen und den Kiesbänken (Brennen) der damals frei fließenden Donau, fanden diese speziellen Pflanzenarten einen Lebensraum. Durch regelmäßige Beweidung und Mahd blieben einige Flächen frei von Gehölzen und die seltenen Tier- und Pflanzenarten konnten dort überdauern.

Bis heute können auf manchen Magerrasen im Projektgebiet etwa 100 verschiedene Pflanzenarten gefunden werden. Darunter sind etwa 50 Arten, die ausschließlich dem Biotoptyp Magerrasen angehören. Viele davon sind gefährdet, wie die Herbst-Drehwurz, eine heimische Orchideenart. Auch zahlreiche Insekten finden auf den Magerrasen ein Zuhause. So zum Beispiel die Blauflügelige Ödlandschrecke, die auf dem Boden sitzend leicht übersehen wird. Im Flug zeigt sie ihre beeindruckenden blauen Flügel.

Bild vergrößern: Blauflügelige Ödlandschrecke im NSG Kreut © Matthias Schwark
Blauflügelige Ödlandschrecke im NSG Kreut (links), Herbstdrehwurz (rechts)

Wie werden die Magerrasen im Projektgebiet gepflegt?

Die Magerrasen auf den Donauleiten und im Wellheimer Trockental werden vorwiegend durch Beweidung gepflegt, teilweise auch die Donaudämme. Vor allem Schafe und Ziegen kommen dabei zum Einsatz, auf wenigen Flächen auch Pferde und Rinder.

Auf den steilen Magerrasen ist die Pflege durch die Weidetiere eine gute Alternative zur Mahd. Die Tiere helfen als natürliche Rasenmäher bei der Pflege und haben dabei unterschiedliche Vorlieben. Während Ziegen die neu aufkommenden Sträucher abfressen und damit dafür sorgen, dass die Flächen nicht mit Gehölzen zuwachsen, fressen Schafe, Pferde und Rinder vor allem Gräser und Kräuter.

Ein weiter Vorteil der Beweidung gegenüber der Mahd ist, dass die Tiere Samen und Insekten im Fell und über den Kot zwischen den Flächen transportieren. So kommt es zu einem Austausch von Genmaterial und der Verbreitung von Arten. Da die Flächen stark verstreut in der Landschaft liegen, ist ein solcher Austausch besonders wichtig für die Artenvielfalt.

Die Magerrasen in den Donauauen und (Brennen) und auch einige Dämme werden jährlich einmal gemäht. Trotz der positiven Effekte einer Beweidung, ist die Pflege durch eine regelmäßige Mahd für diese Magerrasen besser geeignet. Ein Grund hierfür ist, dass seltene Pflanzenarten beim Mähen einfacher umfahren werden können. So wird gewährleistet, dass diese Pflanzen bis zur Samenreife auf den Flächen verbleiben und sich dort vermehren können. Weiterhin ist die Beweidung der, oft sehr kleinen Brennen schwer umzusetzen.

Um die Insekten auf den Flächen zu schonen, wird bei der Mahd ein Balkenmäher verwendet. Zudem bleiben zwischen 10-20% der Fläche als Altgras stehen, um Insekten die Überwinterung zu ermöglichen.

Bild vergrößern: Beweidung auf den Donauleiten © Matthias Schwark
Beweidung auf den Donauleiten (Hängen) (links), Mahd einer Donaubrenne (rechts)

Flächen, die neu in das Projekt aufgenommen werden, sind häufig mit Sträuchern bewachsen und müssen zunächst einmal freigeschnitten werden. Nur so kann die Sonne wieder den Boden erreichen und die Flächen voll erwärmen. Erfolgt anschließend eine regelmäßige Beweidung, verbeißen die Tiere, besonders die Ziegen, die neu aufkommenden Sträucher und verhindern so ein erneutes Zuwachsen der Fläche. Auch durch eine regelmäßige Mahd können die Flächen offengehalten und die Entwicklung der Magerrasen gefördert werden. Weiterhin ist es im Randbereich der Magerrasen von Zeit zu Zeit nötig Sträucher zu entfernen, die bei der Beweidung stehen bleiben, oder von angrenzenden Waldflächen in den Magerrasen wachsen.


Was tut sich aktuell im Projekt?

Monitoring

Der Erfolg der Pflegemaßnahmen auf den Magerrasen wird durch Untersuchungen zu den dort vorkommenden Pflanzenarten begleitet. Die Dauerbeobachtungsflächen werden während der Projektlaufzeit – zuletzt im Juni 2025 - besucht, um die Entwicklung der Artenvielfalt zu erfassen.

Weitere Daten zu Orchideen auf den Magerrasen und zum Kreuzenzian-Ameisenbläuling, einer seltenen Schmetterlingsart, liefern freiwillige Artenkenner.   

Bild vergrößern: Untersuchung der Pflanzenarten auf einer reaktivierten Brenne © Julia Prestele
Untersuchung der Pflanzenarten auf einer reaktivierten Brenne (links), ehemalige Brenne kurz nach der Entnahme von Gehölzen (rechts)

Erweiterung der Magerrasen

In den Donauauen zwischen Neuburg und Ingolstadt fanden im Januar 2024 sowie November 2025 Maßnahmen zur Wiederherstellung von ehemaligen Brennen statt.

Dabei wurden auf insgesamt etwa drei Hektar Fläche vor allem Sträucher und kleinere Bäume entfernt.  Die jährliche Mahd der Flächen stellt sicher, dass hier keine Bäume und Sträucher mehr aufkommen. Um die Ansiedlung von Magerrasenarten auf den freigeschnittenen Flächen zu beschleunigen, fand teilweise eine Übertragung von Mähgut von benachbarten, artenreichen Brennen statt.

Bild vergrößern: Brenne in den Donauauen vor und nach der Entnahme von Sträuchern © Julia Prestele
Brenne in den Donauauen vor und nach der Entnahme von Sträuchern

Freiwilligentage

Im Projekt Sonnenleiten werden regelmäßig Pflegetage mit freiwilligen Helfern organisiert. Auf den Donaubrennen und auf den Hängen bei Hütting und Joshofen leisteten Freiwillige bereits viele Stunden Arbeit um den Lebensraum Magerrasen dauerhaft zu erhalten.

Bild vergrößern: Freiwilligenaktionen auf dem Joshofener Hang © Julia Prestele
Freiwilligenaktionen auf dem Joshofener Hang (links) und am Rabenfels bei Hütting (rechts)

Literatur:

Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (Hrsg.) (1999): Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern (ABSP), Landkreis Neuburg-Schrobenhausen