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Wiesenbrüterschutzprojekt

Unter dem Begriff "Wiesenbrüter" oder auch „Wiesenvögel“ werden verschiedene Vogelarten zusammengefasst, die alle eins gemeinsam haben, den gleichen Lebensraum. Sie brüten bei uns auf Feuchtgrünland, Wiesen oder Weiden und prägen durch ihre unverkennbare Gesangskulisse und ihre abenteuerlichen Flüge die ursprüngliche Niedermoorlandschaft.

Dauerhaft lassen sich diese als Limikolen bezeichneten Vogelarten nur erhalten, wenn sie einen Mix aus Naturschutzflächen mit weitläufigen und vielfältigen Wiesen und Weiden sowie überaus zahlreichen Gewässern vorfinden.

Im Bayerischen Donaumoos ist der Wiesenbrüterschutz kein theoretisches Konzept, sondern ein sehr konkretes Managementprojekt. Die Kombination aus praktischem Nestschutz, der Zusammenarbeit mit verschiedenen Stakeholdern (Kommunen, Landwirtschaft, Jägerschaft, Wasserwirtschaft, u.a.) und der Grundwasserregulierung führt nachweislich zu besseren Beständen – auch wenn die Situation weiterhin fragil ist.

Was ist das Ziel des Projektes?

Es geht darum, die Bestände von Kiebitz, Brachvogel oder Wiesenpiper zu stabilisieren und zu fördern. Dazu müssen Brutplätze geschützt, Lebensräume verbessert und Störungen während der Brutzeit minimiert werden. Gleichzeitig soll der Lebensraum Moor langfristig gesichert und ökologisch aufgewertet werden.

Warum ist es notwendig?

Das Bayerische Donaumoos ist eines der größten Niedermoore Süddeutschlands und wird seit mehreren Jahrzehnten gezielt entwässert. Damit einher geht eine für die Wiesenvögel negative Entwicklung ihres angestammten Lebensraumes. Hauptursachen für den Verlust von Brut- und Nahrungsflächen sind vor allem die intensive Landwirtschaft (zu frühe Mahd, Entwässerung), Lebensraumverlust durch Flächenverbrauch (Straßen-, Wohn- und Gewerbebau) sowie Prädation (natürliche Fressfeinde). Deshalb stehen Arten wie der Große Brachvogel oder der Wiesenpieper bereits auf der Roten Liste (vom Aussterben in Bayern bedroht) und ihre Bestände gehen seit Jahren zurück.

Wo passiert das genau?

Hauptaugenmerk der Arbeit in diesem Projekt liegt auf den ausgewiesenen Wiesenbrütergebieten im Landkreis. Aber auch im Paartal bei Waidhofen und generell auf extensiv genutzten Feuchtwiesen in landwirtschaftlich geprägten Regionen sind Wiesenbrüter noch beheimatet. Konkrete Maßnahmen konzentrieren sich auf ausgewählte Flächen im Bayerisches Donaumoos rund um Orte Langenmosen, Obermaxfeld und Pobenhausen.

Wer kümmert sich?

Die Koordination übernimmt ein Arbeitskreis aus Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz sowie dem Landschaftspflegeverband Neuburg-Schrobenhausen. Vor Ort sind Gebietsmanager aktiv, die eng mit Landwirten zusammenarbeiten, Brutplätze überwachen und Schutzmaßnahmen organisieren. Gleichfalls helfen Ehrenamtliche, Freiwillige und Helfer z. B. Nester des Kiebitzes zu finden und markieren oder Flächen zu überwachen.

Des Weiteren ist der Donaumoos-Zweckverband mit involviert, der durch Flächentausch und sein Ökoflächenmanagement dazu beiträgt, Kernzonen für den Schutz der Tiere zu etablieren.

Im Wiesenbrüterschutz gibt es eine enge Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Jägerschaft und Wasserwirtschaft. Landwirte schließen Förderprogramme für z. B. einen späteren Schnittzeitpunkt ihrer Wiesen ab, die Jägerschaft verringert durch gezieltes Wildtiermanagement den Druck auf die Bodenbrüter und die Wasserwirtschaft verschiebt Unterhaltsmaßnahmen der Gräben, um Störungen während der Brutzeit zu vermeiden.

Was tut sich aktuell im Projekt?

Brutplatzmanagement als direkter Schutz einzelner Gelege und Küken – Zusammenarbeit mit Landwirten (spätere Mahd), Anlage von Brutinseln, Erhalt feuchter Senken

Lebensraummanagement und BeweidungOffenhalten der Landschaft durch Beweidung, Entfernen von Gehölzen (wichtig, da Vögel freie Sicht brauchen um Feinde zu erkennen)

Vertragsnaturschutz – Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung durch späte Mahd, geringe Düngung, Altgrasstreifen (extensive Nutzung), Anlage von speziellen Brutflächen („Kiebitzinseln“), Erhalt von feuchten Senken als Rückzugsorte 

Grundwassermanagement auf Niedermoorflächen zur Verbesserung des Lebensraums – Einbau von Wehren, Regulierung des Grundwasserspiegels, Rückbau von Entwässerungsstrukturen durch Landtausch 

Monitoring und Forschung – jährliche Erfassung von Brutpaaren, Analyse des Bruterfolgs und der Verlustursachen, Nutzung der Daten zur Anpassung und Steuerung

Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung als Informationsangebot für die Bevölkerung mit immer netten Fakten und Neuigkeiten zum Projekt.

Wie kann man unterstützen?  

Grundsätzlich gilt Rücksichtnahme in den Brutgebieten (auf Wegen bleiben, Hunde anleinen)

Engagement als „Kiebitzretter“ (Freiwillige und Helfer) oder Ehrenamt (Naturschutzwacht)

Spenden an Naturschutzorganisationen (LPV, LBV, BN)

Unterstützung regionaler, naturverträglicher Landwirtschaft

Teilnahme an Informationsveranstaltungen