Großer Andrang bei Hausbesuchen
- Bürgerinnen und Bürger informieren sich über energieeffizientes Bauen und Sanieren im Landkreis
Bei drei spannenden Hausbesuchen, organisiert vom Klimaschutz des Landkreises, erhielten Bürgerinnen und Bürger praxisnahe Einblicke in die Technik und in Gestaltungsmöglichkeiten für den Neubau und die Sanierung bestehender Gebäude zu Energieeffizienzhäusern und der Auslegung eigener PV-Anlagen. Bewohnerinnen und Bewohner, Energieberater und ausführenden Unternehmen standen mit ihrer Expertise zur Seite.
Wie sieht das energieeffiziente Haus der Zukunft aus – und was können wir schon heute umsetzen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Passivhausbesuchs bei Familie Goschenhofer. 25 Interessierte erhielten dabei einen praxisnahen Einblick in Technik, Architektur und Komfort eines Hauses, das Nachhaltigkeit und Ästhetik auf beeindruckende Weise verbindet. Die Wärmeerzeugung im 2019 errichteten Gebäude erfolgt zentral. Die Wärmeverteilung geschieht über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, wie sie in keinem Passivhaus fehlen darf. Auf klassische Heizkörper oder eine Fußbodenheizung kann dadurch vollständig verzichtet werden. Für großes Interesse unter den Gästen sorgten vor allem die Fragen nach der Zukunft des Heizens, nach praktikablen Lösungen für Bestandsgebäude und nach der Vereinbarkeit von Technik und Alltagstauglichkeit.
Im Schrobenhausener Stadtteil Mühlried ging es um serielle Sanierung. 17 Teilnehmende ließen sich beim Hausbesuch im Eigenheim der Familie Mesch von Energieberater Fabian Brummer und Vertretern des ausführenden Unternehmens über die Sanierung zum Effizienzhausstandard 55 EE informieren. Im Erdgeschoss, das sich noch im Rohbauzustand befand, wurde gezeigt, wie dies durch den Einsatz vorgefertigter Fassadenelemente samt Fenster innerhalb weniger Tage möglich war. Während dieser Maßnahme konnte die Familie Mesch das Haus im ersten Obergeschoss weiter bewohnen. Diese Veranstaltung richtete sich vor allem an Sanierungsinteressierte, Bauherren und Eigentümer von Bestandsimmobilien, denn das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bietet derzeit eine Förderung explizit für dieses Thema an.
Zum Abschluss fanden sich 27 Teilnehmer bei Familie Mießl im Schrobenhausener Stadtteil Sandizell ein. Eine Präsentation im ehemaligen Schweinestall und im Heizungskeller zeigte, wie das bestehende Einfamilienhaus durch intelligente Kombination von Photovoltaik, Wärmepumpe und Stromspeicher einen hohen Grad an Energieautarkie erreicht. Die PV-Anlagen auf den Dächern wurden aufgeteilt in Volleinspeisung und Eigenverbrauch, um eine möglichst hohe Rendite zu erreichen. Als weitere Möglichkeiten wurde die Kombination der Verwendung der Wärmepumpe, eines Smart Meters, eines dynamischen Stromtarifs, des Batteriespeichers und eines Elektroautos zur Effizienzsteigerung besprochen.
„Die Besuche von Energieeffizienzhäusern waren als Versuch konzipiert, ob es überhaupt Interessierte an einem Angebot zum Thema energieeffizientes Bauen und Sanieren im Landkreis gibt. Von den Teilnehmerzahlen und den Rückmeldungen war ich deshalb sehr positiv überrascht“, zog Klimaschutzmanager Christoph Unterburger Bilanz.
Im Herbst 2026 soll es eine zweite Auflage der Veranstaltungsreihe geben. Gesucht werden Hausbesitzerinnen und -besitzer aus dem Landkreis, die ein interessantes Gebäude herzeigen wollen. Unverbindlicher Kontakt per Mail über klimaschutz@neuburg-schrobenhausen.de oder telefonisch unter 08431/57-184