19.05.2021

Wichtiger Etappensieg für den Großen Brachvogel

Wichtiger Etappensieg für den Großen BrachvogelLandkreis Neuburg-Schrobenhausen

Ist ein Gelege gefunden, muss schnell gehandelt werden. Während die Eier wissenschaftlich untersucht werden, bauen die ehrenamtlichen Helfer den Gelegeschutzzaun auf. So dauert die Störung nicht zu lange und die Elterntiere können bald weiter brüten.

  • Telemetrieprojekt zieht positive Zwischenbilanz


Im Frühjahr gab Landrat Peter von der Grün den Startschuss für das Landkreisprojekt zum Schutz des Großen Brachvogels. Dank intensiver Feldarbeit wurden zwölf Gelege gefunden und durch einen Elektrozaun gesichert. Nun ist die Gelegesuche abgeschlossen und die Fachleute erwarten die ersten Küken.

 

Bayernweit gibt es nur noch knapp 500 Brutpaare des Großen Brachvogels. Der auf offene und feuchte Wiesenflächen angewiesene Vogel ist im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen nur noch mit knapp 20 Brutpaaren vertreten. Er leidet besonders unter dem Lebensraumverlust, der mit Wassermangel und ungünstigen Flächenstrukturen einhergeht. Sein Bestandsrückgang ist aber auch auf die zunehmende Störung durch Freizeitaktivitäten und den enormen Druck durch Räuber wie den Fuchs zurückzuführen.

Um den Bestand der Tiere im altbayerischen Donaumoos zu sichern und zu stärken, wurde im Rahmen eines Artenschutzprojektes im Frühjahr gezielt nach Gelegen des Großen Brachvogels gesucht. Diese und viele weitere Aufgaben übernahm der Biologe Norbert Model im Auftrag des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V., der für die Umsetzung des Projektes zuständig ist. Durch seine Beobachtungen und den Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera, die das Landesamtes für Umwelt stellte, konnten zwölf Gelege gefunden werden. War ein Gelege entdeckt, mussten die Eier vermessen, gewogen und der Schlupftermin bestimmt werden. Im gleichen Arbeitsgang wurde durch ehrenamtliche Helfer ein Schutzzaun um das Gelege gezogen, der zumindest während der Brutzeit vor Feinden schützt.

Im letzten Maidrittel schlüpfen die ersten Küken und dann heißt es schnell sein. Der Zaun muss abgebaut und die Jungen mit einem Sender ausgestattet werden, bevor sie das Nest verlassen. Dadurch lassen sich die Jungtiere später in der Wiese wiederfinden und können so vor den Risiken der Mahd bewahrt werden.

Der erste Schritt ist damit getan. Jetzt hängt es von den Witterungsbedingungen und vom hoffentlich schlechten Jagderfolg der Räuber ab. Nicht zuletzt ist auch die weitere Zusammenarbeit mit den Landwirten entscheidend, um die Tiere vor der Mahd zu schützen und das Projekt für diese Saison erfolgreich abschließen zu können. Gemeinsam hoffen die Projektbeteiligten, dass in diesem Jahr eine positive Trendwende in der Bestandsentwicklung des Großen Brachvogels im altbayerischen Donaumoos gelingt. Aber bis dahin ist noch viel Arbeit notwendig.

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