04.04.2019

Landwirte beteiligen sich aktiv am Wiesenbrüterschutz

Neuro Gutscheine für Wiesenbrüterschutz

Sie haben aktiv zum Schutz von Kiebitz, großem Brachvogel und Co. beigetragen: Georg Bauer, Rupert Omasreiter und Josef Brix (vorne v.l.). Für das Engagement bedankten sich Michael Dick und Jan Tenner vom Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen (hinten v.l.).

Landwirte, die mit wachen Augen ihr Land bestellen und darauf achten, dass Gelege der stark bedrohten Wiesenbrüter vor Traktorreifen oder Mähwerken verschont bleiben, belohnt die Untere Naturschutzbehörde mit Neuro-Einkaufsgutscheinen. Voraussetzung ist, dass in den Nestern von Kiebitz, Großer Brachvogel und Bekassine flügge Jungtiere heranwachsen. Die Aktion soll den Blick der Landwirte für die gefährdeten Wiesenbrüterarten schärfen und gleichzeitig ihr hohes Engagement und die Rücksichtnahme zum Schutz wiesenbrütender Vogelarten auszeichnen.

Die ungewöhnliche Initiative verspricht achtsamen Landwirten einen Einkaufsgutschein von 50 „Neuro“ pro Wiesenbrüternest. Viele Neuburger Geschäfte nehmen die Gutscheine an, so dass ein Bruterfolg auch die Kaufkraft in der Stadt hält. Die PSD-Bank Augsburg stellt die Mittel für die Gutscheine zur Verfügung. Der Weg an den Neuro-Gutschein ist einfach: Bemerkt ein Landwirt, dass eine der drei Wiesenbrüterarten mit dem Brutgeschäft beginnt, meldet er das der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Ehrenamtliche Helfer der Artenschutzgruppe im Landkreis übernehmen dann die Markierung der Brutplätze und sehen nach, ob die Aufzucht erfolgreich war. Die Landwirte werden darüber informiert und können sich in der Folge an die untere Naturschutzbehörde wenden.

 

Die Übergabe des Gutscheins übernahmen in diesem Jahr der Abteilungsleiter für Naturschutz am Landratsamt, Michael Dick, sowie Jan Tenner von der unteren Naturschutzbehörde. Drei Landwirte und ein Jäger waren ins Landratsamt eingeladen, um ihre Erlebnisse mit Wiesenbrüter vorzustellen und die Gutscheine entgegenzunehmen. So hat der Jäger Josef Brix aus Seiboldsdorf bei der Begehung seines Reviers junge Brachvögel entdeckt und diese Beobachtung dem Landratsamt gemeldet. Brachvogelnachwuchs fühlte sich auch auf den Feldern von Franz-Josef Förg und Georg Bauer, beide aus Dinkelshausen, sehr wohl. Die Landwirte hatten aus Rücksicht auf die bedrohten Tiere ihren Mähtermin nach hinten verlegt. Bei Rupert Omasreiter aus Wagenhofen war der Kiebitz zu Gast. Der Landwirt fand auf seinem Maisacker zwei Nester und meldete diese dem Landratsamt. Für diesen Beitrag am aktiven Umweltschutz bedankten sich Michael Dick und Jan Tenner sehr herzlich und motivierten die Landkreisbürger dazu, die Wiesenbrüter auch in Zukunft gut im Auge zu behalten.

Möglichkeiten Wiesenbrütern zu helfen gibt es einige. So ist neben dem Erhalt und der Entwicklung von extensiv bewirtschaftetem Grünland auch die angepasste, förderfähige Bewirtschaftung von Bedeutung. Interessierte Landwirte können auf Basis des Vertragsnaturschutzprogramms helfen, die Situation für die Wiesenbrüter zu entspannen. Bei einem vereinbarten Schnittzeitpunkt ab 15. Juni und Verzicht auf Düngung und chemischen Pflanzenschutz werden beispielsweise mindestens 470 Euro pro Hektar und Jahr zusätzlich zu den Flächenprämien ausbezahlt. Wer sich in Wiesenbrütergebieten an das Wegegebot hält und Hunde an der Leine führt, trägt wesentlich dazu bei, dass die Vögel bei der Aufzucht nicht gestört werden.

 

Wer Wiesenbrüter melden möchte, wendet sich an die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt unter der Telefonnummer (08431) 57-304 oder -447.

 

 

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