PFAS: Sanierungsplanung nimmt Gestalt an
Weichering - Eine Informationsveranstaltung zur PFAS-Belastung im Umfeld des NATO-Flugplatzes Neuburg fand am Dienstagabend im Landgasthof Vogelsang in Weichering statt. Eingeladen waren Bürgerinnen und Bürger sowie beteiligte Behörden und Institutionen. Ziel der Veranstaltung war es, den aktuellen Sachstand der Untersuchungen darzustellen und über die weiteren Sanierungsschritte zu informieren.
Vertreterinnen und Vertreter der Bundeswehr erläuterten den derzeitigen Kenntnisstand zu den festgestellten PFAS-Kontamination auf dem Fliegerhorst und im Umfeld. In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Boden-, Grund- und Oberflächenwasseruntersuchungen durchgeführt. Die dabei ermittelten Werte zeigen, dass die PFAS-Konzentrationen im Grundwasser über die Zeit weitgehend stabil geblieben sind. Das Gesamtaufkommen der Stoffe liegt im Vergleich zu ähnlichen Standorten auf einem niedrigen Niveau.
Seit Februar 2025 liegen die Ergebnisse der sogenannten Detailuntersuchung vor. Auf deren Grundlage werden in Abstimmung zwischen der Bayerischen Leitstelle Boden- und Grundwasserschutz der Bundeswehr und dem Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt Sanierungsziele definiert. Anschließend werden Gutachter mit der Ausarbeitung eines Sanierungsplans beauftragt. Ein konkreter Zeitplan für den Start der Sanierungsmaßnahmen kann derzeit noch nicht benannt werden.
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen betrifft die Grundwasserfließrichtung auf dem Flugplatzgelände, da diese maßgeblich für die Ausbreitung von PFAS-Verbindungen ist. Laut Gutachten verläuft dominierende Fließrichtung von West nach Ost. Im zentralen Bereich des Flugplatzes wurde zudem eine Grundwasserscheide festgestellt, durch die das Wasser in nordöstliche Richtung und nach Südosten abfließt.
Die Bundeswehr sichert zu, für PFAS-Belastungen auf dem eigenen Gelände die Verantwortung zu übernehmen und im Rahmen ihrer Zuständigkeit die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. Hingegen müsste laut Bundeswehr für Belastungen außerhalb des Standortes erst ein ursächlicher Zusammenhang nachgewiesen werden. Im Rahmen der Veranstaltung äußerten Bürgerinnen und Bürger Fragen und Anliegen zur Belastungssituation im Umgriff des Flugplatzes. Seitens der anwesenden Behörden wurde betont, dass die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen und Bewertungen eine wichtige Grundlage für die weiteren Entscheidungen darstellen.
Landrat Peter von der Grün unterstrich die Bedeutung einer zügigen und transparenten Bearbeitung des Sachverhalts. Ziel aller Beteiligten sei es, auf Basis gesicherter Daten eine fachgerechte Sanierung zu ermöglichen. Es wurde vereinbart, den Dialog mit der Öffentlichkeit fortzusetzen und regelmäßig über den Fortgang der Sanierung zu informieren.