Artenreiche Feldflur - Ein Programm des Landkreises zur Unterstützung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt

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Ein Programm des Landkreises zur Unterstützung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt

 

Aus der Notwendigkeit größere und besser bewirtschaftbare Feldstücke für eine ökonomische Bewirtschaftung zu schaffen ist eine Verarmung unserer landwirtschaftlich geprägten Feldflur zu beobachten. Fehlende Randstrukturen und eine gleichmäßige Bewirtschaftung über große Flächen hinweg lassen kaum Raum und Zeit für eine vielfältige und artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Insbesondere das Niederwild und die Vogelwelt sind davon besonders betroffen.

 

Ziel dieses Programmes ist es, durch die Einbindung der wichtigsten Akteure in der Landschaft, den Landbewirtschaftern, den Jagdgenossen und Jägern, den Naturschutzverbänden und Kommunen, zu einer Anreicherung von dauerhaften Strukturen in der freien Landschaft zu gelangen. Hecken, kleine Feuchtbiotope, Rand- und Brachestreifen und Blühflächen sind Grundlage einer attraktiven und vielgestaltigen Landschaft. Nur durch eine Strukturanreicherung wird sich der Artenschwung in unserer Landschaft nachhaltig verringern lassen.

 

Durch den finanziellen Einsatz des Landkreises sollen privates und kommunales Engagement gleichermaßen sowie die Bereitstellung von Flächen und zusätzlichen privaten Finanzmitteln zur Schaffung geeigneter Lebensräume in der Feldflur gelingen.

 

 

Grundsätze:

  • Die Jagdgenossen und die Jagdpächter müssen jeweils den gleichen Geldbetrag für Verbesserungsmaßnahmen im Jagdrevier zur Verfügung stellen.
  • Die im Revier geplanten Maßnahmen müssen dauerhaft sein.
  • Die Maßnahmen müssen mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt sein und anerkannt werden.
  • Die Maßnahmen müssen Rebhuhn und Bienen dienen, sowie den Artenreichtum der Feldflur erhöhen.
  • Die Maßnahmen müssen den sonstigen Zielen des Arten- und Biotopschutzes entsprechen.

 

 

Förderfähige Maßnahmen:

Grundsätzlich sollen nur Maßnahmen gefördert werden die dauerhaft angelegt sind oder sehr langfristig (mind. 20 Jahre) Bestand haben, insbesondere:

 

Ackerrandstreifen und Wiesenrandstreifen (mit Einsaat von Kräutern/Bienenweide)

Brachlegung von kleineren Ackerflächen

Anlage von Hecken

Anlage von kleinen Feldgehölzen

Anlage von Tümpeln und Teichen

Grabenaufweitungen und Pufferstreifen an Gewässern

 

 

Förderfähige Flächen:

Die Förderflächen sollen eine gewisse Mindestgröße besitzen um Randeinflüsse zu vermeinden, allerdings sollen sie auch eine gewisse maximale Größe nicht überschreiten.

 

Mindestlänge 50-100 m

Mindestbreite 2-5 m

Mindestfläche 100 m²

Maximale Größe (für Flächen) 1 Tagwerk

 

 

Zulässige Flächenpflege:

Um die Förderflächen in einem optimalen Zustand zu erhalten sind Pflegemaßnahmen möglich, sofern sie bei Förderbeginn bekannt und festgelegt sind.

 

Verbuschung unterbinden (1-3 jähriger Turnus)

Heckenpflege (auf den Stock setzen in ca. 5 jährigem Turnus) Nachbaggern zum Erhalt von Teichen und Tümpeln

Mahd mit Entfernung des Mähguts im August oder September

Nachsaat von Bienenweiden/Blühflächen

 

 

Finanzierung:

Pro Fördermaßnahme ist jeweils ein Kosten- und Finanzierungsplan aufzustellen, der von der Unteren Naturschutzbehörde geprüft und vorbehaltlich von verfügbaren Haushaltsmitteln genehmigt wird. Grundsätzlich ist eine Förderung durch den Landkreis nur möglich, wenn sich Jagdgenossen und Jagdpächter in gleicher Weise beteiligen.

 

1/3 über Landkreismittel

1/3 durch die Jagdgenossenschaften und/oder Kommunen und

1/3 durch die Jagdpächter

 

 

Antragstellung:

Die Antragstellung erfolgt formlos über die Jagdgenossenschaften an die untere Naturschutzbehörde. Zur Antragstellung sind folgende Unterlagen beizulegen:

 

Lageplan 1:5000 mit Darstellung der Antragsfläche

Einverständniserklärung des Eigentümers

Darstellung der Flächensicherung (Pachtvertrag, Eigentumsnachweis, Kommunale Fläche…)

Maßnahmeplanung (Beschreibung was gefördert werden soll)

Darstellung der Maßnahmen im Lageplan 1:100

Kosten und Finanzierungsplan

Darstellung der notwendigen Pflegemaßnahmen und Pflegezeiten

Finanzierungszusagen der Beteiligten (Jagdpächter, Jagdgenossen, Kommune, weitere Beteiligte…)

 

 

Genehmigung:

Die Genehmigung erfolgt in Schriftform durch die untere Naturschutzbehörde im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel.

 

Ein Anspruch auf Genehmigung besteht nicht.

 

Die geplanten Maßnahmen müssen von der untere Naturschutzbehörde befürwortet werden und dürfen Plänen und gesetzlichen Vorgaben, sowie dem Arten und Biotopschutzprogramm des Landkreises nicht widersprechen.

 

 

 

 

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