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Datum: 26.11.2025

Bahngipfel im Landratsamt: Klare Bestandsaufnahme und gemeinsamer Handlungsansatz

Die Lage auf den Bahnstrecken im Landkreis bleibt schwierig. Beim Bahngipfel im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen sprachen Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Bahn, des Eisenbahnunternehmens agilis, des Verkehrsverbundes Großraum Ingolstadt (VGI) sowie kommunale Mandatsträger und die Landkreisverwaltung auf Einladung von Landrat Peter von der Grün erstmals gemeinsam im Rahmen eines offenen Austausches über die aktuelle Situation und mögliche Verbesserungen.

Einleitend skizzierte Landrat Peter von der Grün die Problemfelder und thematisierte insbesondere die große Wichtigkeit einer funktionierenden Schülerbeförderung. Bereits zu Beginn machten die Vertreter der Deutschen Bahn und von agilis deutlich, dass sie die Situation realistisch einschätzen und nichts beschönigen. Beide Unternehmen benannten offen die Ursachen für die anhaltenden Probleme – von laufenden Baumaßnahmen bis hin zu strukturellen Engpässen – und stellten klar, dass die derzeitige Lage für die Fahrgäste schwierig und teilweise auch unzumutbar sei. Diese Offenheit wurde von allen Teilnehmenden ausdrücklich positiv aufgenommen.

Gleichzeitig wurde deutlich: Eine grundlegende Verbesserung ist kurzfristig nicht zu erwarten. Für das Jahr 2026 stellten die Beteiligten übereinstimmend fest, dass wegen notwendiger Bauarbeiten keine substanziellen Verbesserungen im Hinblick auf Ausfälle und Verspätungen zu erwarten sind. Der Landkreis will diese Einschätzung bewusst transparent kommunizieren, damit sich Schulen, Familien und Unternehmen frühzeitig darauf einstellen können. Vor diesem Hintergrund rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie Fahrgäste künftig schneller und verlässlicher über Störungen informiert werden können.

Die beteiligten Verkehrsunternehmen und die Gemeinden wollen gemeinsam prüfen, welche bestehenden Kommunikationskanäle – einschließlich solcher, die bereits von Kommunen und öffentlichen Einrichtungen genutzt werden – für eine frühzeitige Information eingesetzt werden können. Ziel ist es, Fahrgäste mindestens eine Stunde vor relevanten Ausfällen oder größeren Verspätungen zu erreichen und im Schülerverkehr Situationen zu vermeiden, in denen Kinder an Bahnhöfen ohne Betreuung warten müssen.

Agilis verwies in diesem Zusammenhang auf den bestehenden Abweichungs-Newsletter, über den sich Fahrgäste auf der Unternehmensseite (https://www.agilis.de/abweichungen/) registrieren können. Nutzerinnen und Nutzer erhalten dort streckenbezogene Push-Nachrichten zu Ausfällen und Verspätungen per E-Mail. Die Möglichkeit, dieses System stärker zu bewerben oder technisch zu ergänzen, soll in den kommenden Wochen gemeinsam geprüft werden.

Landrat Peter von der Grün betonte die Rolle des Landkreises als koordinierende Stelle: „Wir können die betrieblichen und baulichen Probleme nicht selbst lösen. Was wir aber tun können, ist die Verantwortungsbereiche klar zu benennen, die Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten zu bündeln und bei den verantwortlichen Stellen einzufordern, dass die Menschen im Landkreis korrekte und zeitnahe Informationen erhalten.“

Trotz unveränderter Rahmenbedingungen bewerteten alle Teilnehmenden den Termin als konstruktiv. Ein Folgetermin in gleicher Besetzung ist im Frühjahr 2026 geplant, um die Wirkung der eingeleiteten Maßnahmen zu überprüfen und weitere Schritte abzustimmen.

Auch das Thema Barrierefreiheit an den Bahnhöfen wurde – wie in der letzten Kreistagssitzung von der weiteren stellvertretenden Landrätin Sabine Schneider angeregt – beim Bahngipfel aufgegriffen. Der Landrat stellte klar, dass barrierefreie Zugänge, Bahnsteige und Übergänge ein zentraler Bestandteil eines verlässlichen Nahverkehrs seien und im weiteren Prozess mitbehandelt werden müssten. Die Vertreter der Deutschen Bahn und von agilis signalisierten Gesprächsbereitschaft und bestätigten den Handlungsbedarf.

Teilnehmende:
Landrat Peter von der Grün; stellv. Landrätin Rita Schmidt; Bildungsreferent Prof. Werner Widuckel; Bürgermeister Michael Böhm (Markt Burgheim); Bürgermeister Fridolin Gößl (Gemeinde Oberhausen); Zweiter Bürgermeister Thomas Fürst (Gemeinde Weichering); Dritter Bürgermeister Peter Segeth (Stadt Neuburg); Dr. Robert Frank (VGI).

Weitere Teilnehmende: Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Bahn, agilis, Bahnland Bayern, Fahrgastverband PRO Bahn Bayern sowie die Büros von MdL Roland Weigert, MdB Reinhard Brandl und MdL Petra Högl