01.02.2019

Wirtschaftsschule: Pilotschule für bilingualen Unterricht

Billingualer Unterricht an der WirtschaftsschuleLandratsamt Neuburg-Schrobenhausen

Die Wirtschaftsschule Neuburg ist Pilotschule für bilingualen Unterricht. Dabei wird auch außerhalb der Englischstunden zweisprachig unterrichtet. So sprechen die Schüler im Fach „Übungsunternehmen“ Deutsch und Englisch

  • Die Wirtschaftsschule Neuburg ist Pilotschule für bilingualen Unterricht
     

Einkaufsprozess oder „purchasing process“ – den Schülern der Wirtschaftsschule Neuburg sind beide Begriffe geläufig. In ihrer Übungsfirma sprechen sie Deutsch und Englisch und können kaufmännische Abläufe flüssig in beiden Sprachen erklären. Damit besitzt die Schule ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, denn sie zählt zu den elf bayerischen Wirtschaftsschulen, die seit 2018/19 als Pilotschulen für bilingualen Unterricht gelten.

 

„Wir starten mit der Bilingualität im Fach ‚Übungsunternehmen‘. Das hat den Vorteil, dass die Schüler nicht nur im Englischunterricht Sprachkenntnisse erwerben und festigen“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Marion Wohlsperger und ergänzt: „Da wir in unserer Übungsfirma praxisorientiert arbeiten, lernen die Schüler den Sprachgebrauch aus der Situation heraus. Die Fachkräfte der Zukunft erhalten bereits bei uns im Unterricht das Rüstzeug für ihr späteres Berufsleben.“ Das neue Angebot stärkt das Profil der Wirtschaftsschule, denn durch die zunehmende Internationalisierung der Arbeitswelt sind Fremdsprachenkompetenzen, insbesondere Englisch, stark nachgefragt. Mit englischen Fachbegriffen sind die Schüler im Übungsunternehmen schon gut vertraut, wie Julia Iberle, Lehrkraft für Englisch und Wirtschaft berichtet: „Wir trainieren gezielt Fachwortschatz und behandeln bestimmte Sachverhalte in beiden Sprachen. In praktischen Übungen wird das alles vertieft.“

 

Noch befindet sich der bilinguale Unterricht im Aufbau, ab dem kommenden Schuljahr startet dann die erste zweisprachige Klasse in der neunten Jahrgangsstufe. „Interessierte Schüler der achten Klassen können sich jetzt bewerben“, erklärt Julia Iberle. Damit sie auch eine Vorstellung davon gewinnen können, was sie dort erwartet, bietet die Wirtschaftsschule Anfang Februar Schnupperunterricht an. Gleichzeitig erfahren die Eltern auf einer Informationsveranstaltung, welche Inhalte und Anforderungen die bilinguale Klasse mit sich bringt. „Wir informieren zum Beispiel darüber, dass im Übungsunternehmen zwar Leistungsnachweise auch auf Englisch erbracht werden müssen, die Abschlussprüfung jedoch auf Deutsch durchgeführt wird“, nennt Wohlsperger ein Beispiel.

 

Das Interesse der Eltern und Schüler am neuen Angebot ist groß, wie die Anmeldezahlen zum Infoabend belegen. Zudem werden am Schnupperunterricht zahlreiche Schüler teilnehmen, darunter auch Lenja Fischill und Gianni Rubin aus der achten Klasse. „Der bilinguale Unterricht ist eine neue Erfahrung. Für den späteren Beruf ist das auf jeden Fall interessant“, sagt Lenja Fischill. Das ist auch die Motivation von Gianni Rubin: „Ich möchte später gerne mal in einem internationalen Unternehmen oder an der Börse arbeiten. Da sind gute Englischkenntnisse sehr wichtig.“

 

Entscheiden sich die Schüler für den bilingualen Unterricht, nehmen sie ab Mitte Februar 2019 an einem Vorbereitungskurs teil, in dem sie die erforderlichen Kompetenzen und entsprechendes Fachvokabular erlernen.

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