16.04.2019

Brutsicherung für die Fluss-Seeschwalbe

Brutsicherung für die Fluss-SeeschwalbeRainer Schaaf, Landesbund für Vogelschutz in Bayern

Die seltene Fluss-Seeschwalbe brütete 2017 erstmals erfolgreich im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

2017 brütete der seltene Zugvogel erstmals im Landkreis

 

Die Fluss-Seeschwalbe wird in den Roten Listen als stark gefährdete Art geführt. Deshalb war es ein besonderes Ereignis, als die seltenen Vögel 2017 erstmals erfolgreich im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen brüteten. Bevor der Langstreckenzieher in diesem Jahr aus seinem Winterquartier zurückkehrt, arbeiten Untere Naturschutzbehörde sowie Vogelschützer daran, optimale Brutbedingungen zu schaffen.

 

Anfang April überquerten der Diplom-Biologe Norbert Model und die Außendienstmitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Renate Sokyte-Weinhart den Schimmer-Weiher bei Karlshuld. Mit einem vom Donau-Ruder-Club Neuburg zur Verfügung gestellten Kanadier und voll beladen mit Werkzeug machten sie sich auf den Weg zu der kleinen Insel, auf der seit 2017 erstmals im Landkreis erfolgreich die Fluss-Seeschwalbe brütete.

Die Fluss-Seeschwalbe zieht ihren Nachwuchs bevorzugt auf nicht bis spärlich bewachsenen Kies- und Sandbänken auf. Diese Inseln entstanden früher vor allem durch die starke Dynamik der Flüsse. Durch die Flussregulierung ist das nur noch selten der Fall, was nicht zuletzt ein Grund für den starken Rückgang der Fluss-Seeschwalbe war. Um Brutmöglichkeiten zu schaffen, haben Norbert Model und Renate Sokyte-Weinhart die Insel auf dem Schimmer-Weiher teilweise von Bewuchs befreit und Gehölze bodeneben zurückgeschnitten. Die Artenschützer hoffen, dass sich wie in den Jahren zuvor auch heuer der Bruterfolg wieder einstellt. Auch die Badegäste können mit ihrem Verhalten dazu beitragen, indem sie die Fluss-Seeschwalbe während der Brutzeit im Mai und Juni nur vom Ufer aus beobachten.

drucken nach oben