21.08.2020

Beprobung von Oberflächengewässern im Umfeld des NATO-Flugplatzes Neuburg

  • Ergebnisse für den Schimmer Weiher, den Rosinger Weiher, den Zauner Weiher sowie des Zeller Weihers liegen vor

 

Das Gesundheitsamt Neuburg-Schrobenhausen hat am 15. Juni 2020 vier Badeweiher im Umfeld des NATO-Flugplatzes Neuburg auf per- oder polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) untersuchen lassen. Nun liegen die Ergebnisse aus dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vor.


Während in den Proben aus dem Schimmer Weiher (Kochheim) keine PFAS nachweisbar waren, ergaben die Untersuchungen des Rosinger Weihers, des Zauner Weihers (Heinrichsheim) sowie des Zeller Weihers Werte über der Nachweisgrenze von 0,001 Mikrogramm pro Liter (μg/l) bzw. über der Bestimmungsgrenze von 0,015 μg/l. Dabei sind die Summenwerte für PFAS im Vergleich zu den Messungen, die seit 2018 durchgeführt werden, leicht angestiegen. Die Steigerung der Summenwerte hängt u.a. auch damit zusammen, dass 2020 mehr Einzelsubstanzen beprobt wurden als in den beiden Vorjahren. Das Baden in den Gewässern ist weiterhin möglich.


Das LGL weist darauf hin, dass sich die im Zeller und im Rosinger Weiher festgestellten Substanzen Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS), Perflouroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) im Muskelfleisch und den Innereinen von Fischen anreichern können. Das Veterinäramt des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen hat im Jahr 2019 ein Fischmonitoring gestartet, um zu prüfen, ob vom dauerhaften Verzehr der Fische in den beiden Gewässern eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Um eine umfangreichere Bewertung vorzunehmen, muss das Fischmonitoring fortgeführt sowie auf verschiedene Fischarten ausgeweitet werden. Das Veterinäramt ist dabei auf das Probenmaterial angewiesen, das die Angler zur Verfügung stellen.


Detaillierte Messwerte finden sich hier.

 

Sanierungsplanung und weitere Maßnahmen auf dem Flugplatzgelände
Auf dem Flugplatzgelände selbst wird mit der Sanierungsplanung für zwei Kontaminationsflächen begonnen: Im Bereich des ehemaligen Feuerlöschübungsbeckens sowie der „Alten Feuerwache“ wurden erhebliche PFC-Kontaminationen gemessen. Hier muss nun festgelegt werden, welche konkreten Sanierungsmaßnahmen zielführend sind.
Darüber hinaus wurden zwölf kontaminationsverdächtige Flächen untersucht und ein Endbericht der Orientierenden Untersuchungen erstellt. Dabei wurden Überschreitungen der Schwellenwerte gemessen. Deshalb steht in diesem Bereichen eine Detailuntersuchung an.
Um die Entwicklung der PFC-Konzentrationen in Grund- und Oberflächenwasser zu beobachten, wird ein Monitoring an ausgewählten Grund- und Oberflächengewässer-Messpunkten innerhalb und außerhalb der Liegenschaft vorbereitet, mit dem Ziel, sichere Aussagen zum Abstrom und Verlauf einer möglichen PFC-Fahne außerhalb der Liegenschaft treffen zu können.

 

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