Geschichte

Bezirk Schwaben und Neuburg

Im Gegensatz zu den Gemeinden, die als ursprüngliche Gebietskörperschaften seit jeher bestanden haben, ist die Geschichte der Landkreise relativ jung. Ausgangspunkt ist das "Gesetz, die Distriktsräte betreffend" aus dem Jahre 1852, mit dem in Bayern in jedem Landgerichtsbezirk die neuen Distriktsgemeinden als eigentliche Vorläufer der heutigen Landkreise im Sinne einer Selbstverwaltungseinrichtung geschaffen wurden. Im Jahre 1862 erhielten die Landgerichte dann die Bezeichnung königliche Bezirksämter. Freilich konnte von einer Selbstverwaltung im heutigen Sinn damals noch keine Rede sein.  Der Staat hielt die Distriktgemeinden unter seiner Vormundschaft. Einen echten Fortschritt brachte erst das Gesetz vom 22. Mai 1919, das den Bezirken das Recht der Selbstverwaltung bescherte.

 

 

 

Aus Bezirken werden Landkreise

Die noch heute gebräuchlichen Namen entstanden durch die Reichsverordnung vom 28. November 1938. Aus dem bayerischen Bezirksamt wurde das Landratsamt, der Behördenvorstand hieß nun Landrat und der Bezirk erhielt den Namen Landkreis.  Mit der Bayerischen Landkreisordnung vom 18. Februar 1946 bekam der Landrat wieder die Stellung des Vorsitzenden in den beiden kommunalpolitischen Gremien Kreistag und Kreisausschuss. Durch die Einführung der neuen Bayerischen Landkreisordnung vom 16. Februar 1952 wurde die Direktwahl des Landrates durch die Kreisbevölkerung bestimmt.

 

Die Geburtsstunde des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen

Eine tiefgreifende Änderung brachte 1972 die Gebietsreform in Bayern. Ziel der Bayerischen Staatsregierung war es damals, leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise zu schaffen, indem größere Verwaltungseinheiten geschaffen wurden. Die Neuausrichtung war umfassend und einschneidend, reduzierte sie doch die Zahl der bayerischen Landkreise von 143 auf 71 und die der kreisfreien Städte von 48 auf 25.

 

Gerade die Neugliederung der Region Ingolstadt gestaltete sich schwierig. Man schwankte zwischen einer sogenannten Zweierlösung mit zwei Großlandkreisen (Pfaffenhofen im Süden und Eichstätt oder Ingolstadt als Kreisstadt im Norden) und einer Dreierlösung mit den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen, der schließlich der Vorzug gegeben wurde.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Karte zur GebietsreformSo entstand aus Teilen der eigenständigen Kreise Neuburg und Schrobenhausen das neue Kreisgebiet. Vom ehemaligen Neuburger Gebiet blieb im Westen das komplette Lechviertel in Schwaben. Neuburg gab 29, seit einem Jahrhundert zugehörige Gemeinden, ab. Die Stadt Rain, Mittelstetten, Münster, Niederschönenfeld, Pessenburgheim, Riedheim, Sallach, Stadel, Staudheim, Unterpeiching, Wächtering, Wallerdorf, Bayerdilling, Bergendorf, Etting, Feldheim, Gempfing, Holzheim und Oberpeiching gingen an den neuen Kreis Donau-Ries. Echsheim, Kühnhausen, Reicherstein, Schorn und Wiesenbach kamen zum Kreis Aichach-Friedberg und Augsburg erhielt Heimpersdorf, Neukirchen, Ober- und Unterbaar und den Markt Thierhaupten. Der Landkreis Schrobenhausen wurde ebenfalls auseinandergerissen. Grimolzhausen kam zu Aichach, während im Osten die zwölf Gemeinden Freinhausen, Weichenried, Hohenwart, Klosterberg, Seibersdorf, Koppenbach, Strobenried, Geroldsbach, Singenbach, Klenau, Alberzell und Hirschenhausen Pfaffenhofen zugeschlagen wurden.

 

23 Schrobenhausener Gemeinden kamen letzlich in Neuburger Obhut. Die Kreisfreiheit ging der Renaissancestadt zwar verloren, aber Neuburg erhielt als Große Kreisstadt das Landratsamt und den Kreissitz. 61.000 Einwohner hatte der alte Landkreis Neuburg gezählt, 31.000 der Altlandkreis Schrobenhausen. Mit rund 75.000 Bewohnern und 740 Quadratkilometern Fläche ging der neue Landkreis Neuburg-Schrobenhausen aus der Gebietsreform von 1972 hervor.

 

Vitale und wirtschaftlich starke Region

Heute stellt der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eine gewachsene Einheit dar, in der sich eine regionale Vielfalt erhalten hat. Was vor 1972 noch geteilt war, ist mittlerweile zusammengewachsen. Die 18 Städte, Märkte und Gemeinden im Herzen Bayerns verbinden sich – bei aller Eigenständigkeit – gemeinsam zu einer vitalen und wirtschaftlich starken Region, die ihren Einwohnern eine hohe Lebensqualität bietet. 2012 feierte der Landkreis sein 40-jähriges Bestehen unter dem Motto "zusammengehören - zusammen wachsen".

 

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Wappen des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen

 

Wappen Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen

Beschreibung:

 

Geteilt; oben gespalten von Gold und Schwarz, vorne ein rot gezungter und rot gekrönter schwarzer Bärenkopf, hinten ein rot bewehrter und rot gekrönter wachsender goldener Löwe; unten in Silber zwei blaue Wellenleisten.

 

Das durch die Landkreisreform von 1972 gebildete Kreisgebiet ist geographisch gekennzeichnet durch die beiden Flüsse Donau und Paar, auf die im Landkreiswappen durch Wellenlinien hingewiesen wird. Die geschichtlichen Symbole der oberen Schildhälfte sind dem Wappen der Stadt Schrobenhausen (Bärenkopf) und dem Wappen des ehemaligen Landkreises Neuburg (pfalz-bayerischer Löwe des 1505 geschaffenen Fürstentums Pfalz-Neuburg) entnommen. Ihre Farbgebung entspricht historischen Vorbildern.

 

Verwendung

Das Wappen ist hoheitliches Erkennungszeichen des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen. Eine Verwendung des Wappens durch Dritte ist nur mit einer Genehmigung des Landkreises erlaubt (siehe Art. 3 Landkreisordnung für den Freistaat Bayern). Ihre Anfragen richten Sie bitte an das Sachgebiet für Kommunalwesen.

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